Wenn Leistung zu Deiner Identität geworden ist...

Wer lebt dann eigentlich Dein Leben?

Warum kann ich eigentlich nicht einfach aufhören?

Warum reicht es nie?

Warum denke ich schon wieder an das nächste Ziel?

Warum fühlt sich ein freier Tag nicht nach Erholung an?

Diese Fragen stellen sich viele Menschen irgendwann – oft leise und nur für sich selbst.

Nicht, weil sie ihre Arbeit nicht mögen.

Nicht, weil sie keine Ziele mehr haben.

Sondern weil sie spüren, dass sie ständig unterwegs sind und trotzdem nie wirklich ankommen.

Wann wird Leistung zu Identität?

Leistung ist etwas Wertvolles.

Sie ermöglicht Entwicklung.

Sie schafft Innovation.

Sie bringt Ideen in die Welt.

Sie lässt uns wachsen.

Doch manchmal geschieht etwas, das wir kaum bemerken.

Leistung bleibt nicht mehr nur eine Fähigkeit.

Sie wird zu einem Teil unserer Identität.

Wir beginnen, uns über das zu definieren, was wir leisten.

Nicht bewusst.

Sondern schleichend.

Stell dir eine einfache Frage

Jemand begegnet dir und fragt:

„Wer bist du?“

Was antwortest du?

Erzählst du von deinem Beruf?

Von deiner Verantwortung?

Von deinen Aufgaben?

Von dem, was du täglich leistest?

Oder erzählst du etwas über den Menschen, der du bist?

Diese Frage wirkt zunächst einfach.

Doch sie zeigt oft, wie eng unsere Identität mit unserer Leistung verbunden sein kann.

Wenn Funktionieren zur Normalität wird

Leistungsidentität zeigt sich selten spektakulär.

Sie zeigt sich im Alltag.

Du sitzt beim Abendessen.

Alle sprechen miteinander.

Doch gedanklich bist du bereits beim nächsten Termin.

Du bist im Urlaub.

Aber innerlich planst du schon die kommende Woche.

Jemand fragt:

„Wie geht es dir?“

Und deine erste Antwort lautet:

„Ich habe gerade unglaublich viel zu tun.“

Nicht:

„Ich bin glücklich.“

Nicht:

„Ich bin erschöpft.“

Nicht:

„Ich freue mich.“

Sondern:

„Ich habe viel zu tun.“

Vielleicht sagt diese Antwort mehr über uns aus, als wir zunächst glauben.

Was bezahlen wir dafür?

Leistung an sich ist nicht das Problem.

Die Frage ist vielmehr:

Was kostet es uns, wenn wir uns nur noch über sie definieren?

Wir hören oft nicht mehr wirklich zu.

Wir sind körperlich anwesend, aber innerlich längst beim nächsten Schritt.

Wir erleben schöne Momente – und gleichzeitig denken wir schon an das, was als Nächstes erledigt werden muss.

Unsere Beziehungen verändern sich.

Nicht, weil wir unsere Familie oder unsere Freunde weniger lieben.

Sondern weil unser Kopf kaum noch zur Ruhe kommt.

Und irgendwann stellen wir fest:

Wir funktionieren.

Aber wir sind immer seltener wirklich präsent.

Was passiert, wenn plötzlich alles wegbricht?

Vielleicht ist das der Moment, vor dem sich viele Menschen unbewusst fürchten.

Ein Jobwechsel.

Eine Krankheit.

Der Ruhestand.

Ein Umzug.

Oder eine Lebensphase, in der Leistung plötzlich nicht mehr das Zentrum des Alltags ist.

Dann entsteht eine Frage, die oft viel tiefer geht als die Sorge um den nächsten Schritt.

Wer bin ich eigentlich noch, wenn meine bisherige Rolle wegfällt?

Nicht, weil wir schwach sind.

Sondern weil wir über Jahre gelernt haben, unseren Wert mit unserer Leistung zu verbinden.

Vielleicht beginnt Veränderung mit einer anderen Frage

Viele Menschen fragen sich:

Wie kann ich besser abschalten?

Wie werde ich gelassener?

Wie reduziere ich meinen Stress?

Vielleicht beginnt Veränderung aber gar nicht dort.

Vielleicht beginnt sie mit einer viel grundsätzlicheren Frage:

Wer bin ich – unabhängig von dem, was ich leiste?

Denn Leistung darf ein Teil unseres Lebens sein.

Sie darf uns erfüllen.

Sie darf uns herausfordern.

Sie darf uns wachsen lassen.

Aber sie sollte niemals entscheiden, wer wir sind.

Denn wenn Leistung zu unserer Identität geworden ist,

stellt sich irgendwann eine Frage, die wir nicht länger übergehen können:

Wer lebt dann eigentlich unser Leben? 

 

Wenn du merkst, dass dich genau solche Situationen gerade beschäftigen, melde dich gern bei mir.

Oder lass uns in einem kurzen Gespräch schauen, was sich für dich verändern darf.

angela-kiesewetter.de