
Was,
wenn wir die kleinen Anzeichen bereits übersehen?
Was,
wenn wir irgendwann glauben,
dass wir überhaupt keine andere Wahl haben?
„Ich bin eben so.“
„Ich kann mich nicht einfach rausziehen.“
„Ich muss erreichbar sein.“
„Die anderen brauchen mich.“
Diese Sätze wirken auf den ersten Blick harmlos.
Viele Menschen sagen sie täglich.
Doch was passiert,
wenn wir sie oft genug wiederholen?
Irgendwann hören sie auf,
eine Erklärung zu sein.
Und werden zu unserer Identität.
Wenn Anpassung zur Persönlichkeit wird
Die meisten Menschen tragen keine Maske,
weil sie jemand anderes sein wollen.
Sie tragen sie,
weil sie funktionieren wollen.
Weil sie Verantwortung übernehmen.
Weil sie für andere da sein möchten.
Weil sie Konflikte vermeiden.
Weil sie gebraucht werden.
Und genau deshalb bleibt Masking oft unbemerkt.
Es fühlt sich nicht an wie Verstellung.
Es fühlt sich an wie Pflicht.
Wie Loyalität.
Wie Verantwortungsbewusstsein.
Doch mit der Zeit geschieht etwas anderes.
Wir gewöhnen uns daran,
immer verfügbar zu sein.
Immer stark zu sein.
Immer die Person zu sein,
auf die sich alle verlassen können.
Und irgendwann stellen wir uns nicht mehr die Frage,
ob wir eine Wahl haben.
Die tiefste Maske
Für mich beginnt Masking nicht dort,
wo wir jemand anderes werden.
Sondern dort,
wo wir vergessen,
dass wir überhaupt eine Wahl hätten.
Die tiefste Maske ist vielleicht nicht die,
die wir anderen zeigen.
Sondern die,
die wir selbst irgendwann für unsere Persönlichkeit halten.
Denn was einmal ein Schutzmechanismus war,
wird irgendwann zur Gewohnheit.
Und was lange genug Gewohnheit war,
fühlt sich irgendwann wie Identität an.
Die kleinen Fragen, die alles verändern
Vielleicht zeigt sich das nicht in großen Entscheidungen.
Sondern in den kleinen Dingen des Alltags.
Plane ich mich überhaupt noch selbst ein?
Oder geht es nur noch um die anderen?
Steht das Team immer an erster Stelle,
während Delegieren sich unmöglich anfühlt?
Trage ich Verantwortung,
die längst nicht mehr allein meine sein müsste?
Wann hatte ich zuletzt Zeit für mich selbst?
Wann habe ich zuletzt etwas nur für mich getan –
ohne schlechtes Gewissen?
Diese Fragen wirken einfach.
Doch sie zeigen oft,
ob wir in unserem Leben noch vorkommen.
Teilnehmerin oder Organisatorin?
Vielleicht ist genau das die eigentliche Frage:
Bin ich in meinem eigenen Leben noch Teilnehmerin –
oder nur noch Organisatorin?
Organisiere ich nur noch?
Plane ich?
Löse ich Probleme?
Koordiniere ich?
Kümmere ich mich?
Oder nehme ich mein Leben tatsächlich noch wahr?
Viele Menschen funktionieren so lange,
dass sie irgendwann abends auf der Couch sitzen
und nur noch einen Gedanken haben:
„Ich bin leer.“
Nicht,
weil sie zu wenig geleistet haben.
Sondern weil sie selbst in all den Jahren
nirgendwo mehr eingeplant waren.
Vielleicht beginnt Veränderung anders
Viele Menschen glauben,
sie müssten sich verändern.
Disziplinierter werden.
Selbstbewusster werden.
Konsequenter werden.
Vielleicht beginnt echte Veränderung aber ganz woanders.
Vielleicht beginnt sie dort,
wo wir uns zum ersten Mal wieder selbst wichtig nehmen.
Wo wir erkennen,
dass wir eine Wahl haben.
Und wo wir langsam beginnen,
unter all den Rollen,
Verpflichtungen und Erwartungen
wieder Platz für uns selbst zu schaffen.
Denn vielleicht geht es nicht darum,
eine neue Person zu werden.
Sondern darum,
die Person wiederzufinden,
die unter all den Masken längst da ist.
Wenn du merkst, dass dich genau solche Situationen gerade beschäftigen, melde dich gern bei mir.
Oder lass uns in einem kurzen Gespräch schauen, was sich für dich verändern darf.
angela-kiesewetter.de