Was, wenn nicht Erfolg süchtig macht,

sondern das Gefühl, das dahinter steckt?

Wann hattest du zuletzt einen freien Tag, ohne dich dabei schuldig zu fühlen?

Ohne ständig an die nächste Aufgabe zu denken.

Ohne innerlich bereits den Montag zu planen.

Ohne das Gefühl zu haben, eigentlich etwas Sinnvolleres tun zu müssen.

Für viele Menschen fühlt sich genau das überraschend schwer an.

Doch warum eigentlich?

Leistung ist selten das eigentliche Thema

Die meisten Menschen arbeiten nicht, weil Leistung grundsätzlich etwas Schlechtes wäre.

Im Gegenteil.

Leistung kann Freude machen.

Sie kann Kreativität freisetzen.

Sie kann uns wachsen lassen.

Sie kann Erfüllung schenken.

Schwierig wird es dort, wo Leistung beginnt, etwas anderes zu überdecken.

Unsicherheit.

Scham.

Die Angst, nicht gut genug zu sein.

Die Sorge, nicht gesehen zu werden.

Oder die Frage, ob wir auch ohne unsere Erfolge wertvoll wären.

Vielleicht lohnt es sich deshalb, sich einmal ehrlich zu fragen:

Verdammt nochmal…

Wovor laufe ich eigentlich die ganze Zeit weg?

Wenn Leistung zum Maßstab für den eigenen Wert wird

In der Psychologie gibt es dafür einen Begriff:

Kontingenter Selbstwert.

Er beschreibt ein Phänomen, bei dem Menschen ihren eigenen Wert – oft unbewusst – an bestimmte Bedingungen knüpfen.

Zum Beispiel an:

Leistung

Erfolg

Anerkennung

Perfektion

Das bedeutet nicht, dass sie morgens aufstehen und denken:

"Ich bin nur etwas wert, wenn ich leiste."

So bewusst läuft dieser Prozess selten ab.

Viel häufiger geschieht er schleichend.

Leistung wird selbstverständlich.

Erfolge werden zur Bestätigung.

Und irgendwann verschwimmt die Grenze zwischen dem, was wir tun, und dem, was wir glauben zu sein

.

Warum ein Erfolg nie lange reicht

Vielleicht kennst du dieses Gefühl.

Du erreichst ein Ziel.

Für einen kurzen Moment bist du stolz.

Dann richtet sich dein Blick schon auf das Nächste.

Das ist kein persönliches Versagen.

Unser Gehirn besitzt eine erstaunliche Fähigkeit, sich an Erfolge zu gewöhnen.

In der Psychologie wird dieses Phänomen hedonische Adaptation genannt.

Das bedeutet:

Das gute Gefühl bleibt nicht dauerhaft.

Unser Belohnungssystem gewöhnt sich daran.

Und schon beginnt die Suche nach dem nächsten Erfolg.

Der nächsten Herausforderung.

Dem nächsten Projekt.

Nicht, weil wir undankbar sind.

Sondern weil unser Gehirn genau so funktioniert.

Was bezahlen wir dafür?

Vielleicht ist genau das die wichtigere Frage.

Nicht:

"Warum leiste ich so viel?"

Sondern:

Was kostet mich das eigentlich?

Wir spüren uns selbst immer weniger.

Wir nehmen unser Umfeld weniger wahr.

Urlaub fühlt sich nicht nach Erholung an.

Beim Abendessen denken wir bereits an den nächsten Arbeitstag.

Im Gespräch mit Menschen, die wir lieben, sind wir gedanklich längst bei der nächsten Aufgabe.

Und irgendwann merken wir:

Wir funktionieren.

Aber wir sind kaum noch wirklich präsent.

Vielleicht geht es gar nicht um Leistung

Vielleicht geht es gar nicht darum, weniger zu arbeiten.

Vielleicht geht es auch nicht darum, keine Ziele mehr zu haben.

Vielleicht geht es darum, den Unterschied wieder zu erkennen.

Zwischen dem, was wir tun.

Und dem, wer wir sind.

Denn Leistung darf Teil unseres Lebens sein.

Sie sollte nur niemals darüber entscheiden, wie wertvoll wir uns fühlen.

Eine Frage zum Schluss

Vielleicht ist die größte Folge von Leistungsdruck gar nicht Erschöpfung.

Vielleicht ist sie viel leiser.

Dass wir verlernen, in unserem eigenen Leben wirklich präsent zu sein.

Und vielleicht beginnt Veränderung nicht mit einem neuen Ziel.

Sondern mit einer einzigen, ehrlichen Frage:

Verdammt nochmal…

Warum kann ich nicht einfach aufhören? 

Wenn du merkst, dass dich genau solche Situationen gerade beschäftigen, melde dich gern bei mir.

Oder lass uns in einem kurzen Gespräch schauen, was sich für dich verändern darf.

angela-kiesewetter.de