
Was heißt hier eigentlich „weniger Geduld“?
Wenn du ehrlich bist,
hat es doch lange funktioniert.
Du hast Dinge erklärt.
Hast Zusammenhänge sichtbar gemacht.
Hast Gespräche geführt,
obwohl du innerlich schon wusstest,
wie es ausgehen wird.
Du hast ausgehalten.
Strukturiert.
Geordnet.
Zusammengehalten.
Und es ging.
Bis sich etwas verändert hat
Vielleicht kennst du diesen Moment.
Du merkst,
dass du schneller zum Punkt kommst.
Dass du weniger „durch die Blume“ sprichst.
Dass du Gespräche früher beendest.
Dass du weniger bereit bist,
dich in endlosen Schleifen zu verlieren.
Und gleichzeitig spürst du:
Das ist neu.
Die erste Reaktion
Viele beginnen genau hier,
sich selbst zu hinterfragen.
Bin ich zu direkt geworden?
Zu ungeduldig?
Zu klar?
Und oft entsteht der Wunsch,
wieder „mehr Geduld“ zu haben.
Aber vielleicht geht es gar nicht darum.
Was sich wirklich verändert
Vielleicht wird gerade etwas sichtbar,
das lange überlagert war.
Deine Intention.
Deine Vision.
Deine Grenzen.
Du weißt schneller,
was du willst.
Und auch,
was nicht mehr.
Und genau das verändert deine Art zu führen.
Weniger Geduld ist nicht das Problem
Vielleicht ist es kein Mangel,
dass du weniger Geduld hast.
Sondern ein Zeichen dafür,
dass du klarer geworden bist.
Weniger bereit, dich zu verlieren.
Weniger bereit, dich anzupassen.
Weniger bereit, Dinge zu tragen,
die nicht mehr deine sind.
Eine andere Form von Führung
Lange Zeit wird Führung oft so verstanden:
erklären
vermitteln
ausgleichen
tragen
Und das hat seinen Platz.
Aber es gibt eine Phase,
in der sich das verschiebt.
Du musst nicht mehr alles erklären.
Nicht mehr alles mittragen.
Nicht mehr jede Perspektive halten.
Sondern:
Du bist klar.
Du bist präsent.
Du bist bei dir.
Und genau das verändert alles.
Was jetzt entsteht
Vielleicht geht es jetzt nicht mehr darum,
Geduld zu „verbessern“.
Sondern darum,
Klarheit zuzulassen.
In deiner Kommunikation.
In deinen Entscheidungen.
In deinen Grenzen.
Und vielleicht ist genau das
die nächste Form von Führung.
Abschluss
Du musst nicht wieder so werden wie vorher.
Vielleicht geht es darum,
anzuerkennen,
dass sich etwas weiterentwickelt hat.
Und dass genau darin
deine Stärke liegt.
Wenn du merkst, dass deine Geduld weniger wird,
kann es sich lohnen, nicht dagegen zu arbeiten.
Sondern zu verstehen,
was dadurch eigentlich klarer geworden ist.
angela-kiesewetter.de