
Du kennst diesen Moment vielleicht.
Da ist diese eine Kollegin.
Ein Gespräch, das eigentlich ganz normal beginnt.
Und plötzlich verändert sich etwas in dir.
Ein Satz reicht.
Ein Blick.
Ein Tonfall.
Und du merkst, wie sich innerlich etwas zusammenzieht.
Du wirst angespannter.
Unruhiger.
Vielleicht auch leiser.
Nach außen hin bleibst du professionell.
Du funktionierst. Du reagierst angemessen.
Aber innerlich?
Passiert etwas ganz anderes.
Was dich wirklich triggert
In solchen Momenten richtet sich unser Blick fast automatisch nach außen.
Auf die andere Person.
Auf das Verhalten.
Auf das, was „nicht in Ordnung“ ist.
Und ja – natürlich spielt das Gegenüber eine Rolle.
Aber nicht die entscheidende.
Denn dieselbe Person kann bei jemand anderem
überhaupt nichts auslösen.
Was bedeutet:
Der Auslöser liegt nicht nur im Außen.
Sondern vor allem in dir.
Dein Nervensystem entscheidet schneller als du denkst
Was in diesen Momenten passiert, ist kein Zufall.
Dein Nervensystem reagiert.
Es greift auf Erfahrungen zurück,
auf alte Muster,
auf Situationen, in denen du vielleicht gelernt hast:
dich anzupassen
dich zurückzunehmen
dich zu verteidigen
oder besonders wachsam zu sein
Diese Reaktion passiert schneller,
als du bewusst eingreifen kannst.
Und genau deshalb fühlt es sich oft so an,
als würdest du „einfach so reagieren“.
Die subtilen Formen von Reaktion
Nicht jede Reaktion ist laut.
Oft zeigt sie sich viel feiner:
du gehst innerlich in Widerstand
du ziehst dich zurück
du passt dich stärker an, als du möchtest
du reagierst schärfer, als es eigentlich nötig wäre
Und manchmal merkst du es erst im Nachhinein.
Wenn das Gespräch vorbei ist.
Wenn du wieder bei dir bist.
Hier beginnt echte Führung
Viele denken, Führung zeigt sich im richtigen Verhalten.
Im perfekten Gespräch.
In der souveränen Antwort.
Doch echte Führung beginnt früher.
In dem Moment,
in dem du wahrnimmst,
was gerade in dir passiert.
Ohne es sofort zu bewerten.
Ohne es wegzudrücken.
Sondern indem du es erkennst.
Der entscheidende Unterschied
Es geht nicht darum, nicht mehr zu reagieren.
Es geht darum,
bewusst zu werden, bevor dich die Reaktion vollständig übernimmt.
Und dir einen kleinen Raum zu schaffen zwischen:
Reiz
und
Reaktion
In diesem Raum liegt deine Entscheidung.
Bleibst du in dem alten Muster?
Oder bleibst du bei dir?
Führung im Kleinen verändert alles
Diese Momente wirken unscheinbar.
Ein Gespräch.
Eine Situation im Team.
Ein kurzer Austausch im Alltag.
Und doch entscheiden genau sie darüber,
wie du dich erlebst.
Und wie andere dich erleben.
Nicht als Rolle.
Nicht als Position.
Sondern als Mensch,
der in sich stabil bleibt – auch dann, wenn es herausfordernd wird.
Zum Abschluss
Vielleicht ist genau diese eine Kollegin
nicht dein Problem.
Sondern dein Spiegel.
Und damit eine Einladung:
Nicht sie zu verändern.
Sondern dich selbst besser zu verstehen.
Oft liegt die Veränderung nicht im Außen –
sondern in dem, was wir beginnen, in uns zu sehen.
Wenn du merkst, dass dich genau solche Situationen gerade beschäftigen, melde dich gern bei mir.
Oder lass uns in einem kurzen Gespräch schauen, was sich für dich verändern darf.
angela-kiesewetter.de